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Stran û dîlanên kurdî, II


Éditeur : Institut für Kurdologie Date & Lieu : 2002, Yêrêvan
Préface : Pages : 340
Traduction : ISBN : 3-902185-04-X
Langue : Allemand, KurdeFormat : 200x285 mm
Code FIKP : Liv. Ku. Thème : Musique

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Stran û dîlanên kurdî, II

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Stran û awazên kurdî, pirtûka 2

KURDISCHE MUSIK

Die geopolitische Landschaft Kurdistans ist ein Bindeglied zwischen Ost und West. Die kurdischen Berge teilen und verbinden zwei Welten - Asien und Europa. Die Bergzüge des Zagros, die sich vom Berg Ararat im Norden, bis zum Persischen Golf im Süden erstrecken, sowie das Taurus-Gebirge, das sich von West nach Ost zieht, bildeten Tausende Jahre lang die Heimat eines hier geborenen Volkes, genannt Kurden.

Dieses alte Volk hat sich einen Platz auf der historischen Arena der Region gesichert, spielte es doch über Jahrhunderte eine wichtige Rolle im politischen, ökonomischen und kulturellen Leben der Völker des Orients. Griechische und armenische Quellen nennen als Vorfahren der Kurden die alten Meder (auf Armenisch Mar) im Lande Marastan, und die Karduchen. Diese beiden ethnischen Gruppen vermischten sich, und so wurde zu Beginn des christlichen Zeitalters die heutige kurdische Ethnie geboren.

Je stärker sich die Kurdologie als Wissenschaft entwickelte und mit ihr das Wissen über Geschichte, Sprache und Kultur der Kurden wuchs, desto mehr traten Beweise zutage über die tiefen Wurzeln, die die Kurden in dieser alten Geschichte und Zivilisation haben. Diese Spuren lassen sich vor allem in der kurdischen Sprache erkennen (in der Grammatik, sowie im Wortschatz), in Volksriten und Bräuchen, in der Musikkultur, der Stammesterminologie und in der Toponymik. Historische Realitäten wurden auch im Bereich der Ökonomie konserviert. In der traditionellen Lebensweise finden wir viele direkte Parallelen zwischen den heutigen Kurden und den alten Karduchen und Medern. Die Bergmassive Zagros und Taurus verteidigten Tausende Jahre lang Leben und Kultur der Völker, die an ihren Hängen lebten. Zahlreiche Großmächte aus Ost und West drangen auf ihren Feldzügen in dieses Gebiet vor und zwangen es unter ihre Herrschaft. Kurdische Länder und Berge wechselten häufig zwischen orientalischen und abendländischen Imperien. Doch das Leben in den Bergen bewahrte sich seine Unabhängigkeit, es blieb von den Invasoren unberührt. Denn die echten Besitzer dieser Länder konnten nur jene sein, die von alters her in den Bergen Kurdistans gelebt hatten. Die geographische Charakteristik Kurdistans hinterließ tiefe Spuren, positive, wie negative, auf das politische, soziale, öffentliche und kulturelle Leben des kurdischen Volkes.

Tiefe Schluchten und Täler, reißende Flüsse, Wege und Brücken, die wilde Berglandschaft trugen dazu bei, dass sich dieses Volk in seiner Geschichte hinter einer einzigen Macht vereinte, die ganz Kurdistan beherrschte. Große und kleine Emirate (unabhängige Fürstentümer) präsentierten sich als de-facto Staaten. Obwohl manche dieser Erbfürstentümer über Jahrhunderte bestanden und große Gebiete umfassten, konnte keiner dieser Fürsten ganz Kurdistan unter seine Kontrolle bringen.

Die Stammesstrukturen der kurdischen Gesellschaft gleichen nicht jenen benachbarter Völker. Die vegetationsreichen Berglandschaften Kurdistans eignen sich besonders für die Viehzucht. Sie prägt den Menschen einen eigenen Lebensstil auf, der wenig Ähnlichkeit mit jenem der Nomaden des Orients aufweist. Die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen der kurdischen Stämme und Gemeinden, die Isolation durch das Gebirgsterrain spielten eine entscheidende Rolle bei der Konservierung alter Kulturtraditionen. Die im Vorderen Orient dominierende Religion, der Islam, die in alle Lebensbereiche der Gesellschaft und Familie eindrang, konnte sich in der kurdischen Umwelt nicht durchsetzen. Sie erreichte in vielen Teilen Kurdistans nur die Oberfläche der Gesellschaft und ver¬mochten die über Hunderte von Jahren in den kurdischen Bergen gebildeten Kulturtraditionen nicht zu brechen. Diese Wahrheit belegt etwa die wichtige Rolle, die die Frau im kurdischen Sozialsystem…



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