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Zum Beispiel Kurden


Éditeur : Lamuv Date & Lieu : 1999, G├Âttingen
Préface : Birgit Cerha Pages : 149
Traduction : ISBN : 3-88977-563-2
Langue : AllemandFormat : 115x180 mm
Code FIKP : Liv.Al.4620Thème : Politique

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Zum Beispiel Kurden

ZUM BEISPIEL KURDEN

Saddam Hussein ist mit Giftgas gegen sie vorgegangen. Die türkische Regierung hat über ihr Gebiet den Ausnahmezustand verhängt und schickt ihre auch mit deutschen Waffen ausgerüstete Armee zu "Säuberungsaktionen". Die rund 20 Millionen Kurden werden seit Jahrzehnten unterdrückt.

Sie leben in der Türkei, in Syrien, im Irak und im Iran. Als politisch selbständiges Gebiet hat es "Kurdistan" nie gegeben. Bis vor kurzem war die kurdische Sprache in der Türkei verboten; offiziell galten Kurden als "Bergtürken". Wer sich für ihre Rechte einsetzt, lebt noch heute gefährlich.

Kurdischer Widerstand: Das ist nicht nur die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die vom Bundesinnenministerium als gefährliche Terroristische Organisation eingeschätzt und deshalb verboten wurde.


»Befriedung« durch Vertreibung

Ibrahim kauert auf dem Boden. Seine Hände zittern, tiefe Furchen haben sich in die Stirn gegraben. Kein Lächeln huscht über das knochige, bleiche Gesicht des Kurden. Die Augen haben ihren Glanz verloren. Ibrahim stammt aus dem Dörfchen Ovalcik in Tunceli (dem kurdischen Dersim), ein alter Mann ohne Zukunft.

»Eines Tages«, so erzählt er, »verließen die Soldaten ihren Posten in der Mitte unseres Dorfes. Sie brüllten uns zu, wir hätten der PKK (der kurdischen Guerillaorganisation) geholfen. Dann setzten sie alle Häuser in Brand. Sie trieben alle Bewohner von Ovalcik auf den Hauptplatz und zwangen uns Männer, die Kleider auszuziehen. Vor den Augen der Frauen schlugen sie auf uns ein.«

Die tiefe Demütigung ist bis heute nicht aus Ibrahims Seele gewichen. »Sie trennten die Männer von den Frauen, und wir glaubten, nun würden sie auch uns töten. Doch sie nahmen nur einige von uns mit in die Berge. Die Leichen unserer Freunde fanden wir später. Die >Terroristen< (der PKK) hätten sie erschossen, sagten die Soldaten. Das sagen sie in solchen Fällen immer.«

...

Birgit Cerha




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