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Land im Aufstand Kurdistan


Éditeur : Matari-Verlag Date & Lieu : 1966, Hamburg
Préface : Pages : 228
Traduction : ISBN :
Langue : AllemandFormat : 125x195 mm
Code FIKP : Liv. Ger. Har. Lan. N°593Thème : Général

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Land im Aufstand Kurdistan

Land im Aufstand Kurdistan

Erlendur Haraldsson

Matari-Verlag

Als Ergebnis langwieriger Kriege wird Kurdistan 1639 zwischen dem Osmanischcn Reich und Persien geteilt. In der Folgezeit Zerschlagung der letzten kurdischen Fürstentümer. 1908 Gründung der ersten Kurdischen Partei. Nach 1918 versprechen die Alliierten auch den Kurden volle Selbständigkeit. 1920 garantiert die neue Türkei ein selbständiges Kurdistan. Die Nichteinhaltung des Vertrags von Sevres löst Kurden-Aufstände aus. 1946 entsteht für kurze Zeit im Iran die kurdische Mahabad-Republik, der Kurdenführer Mulla Mustafa Barzani vom Irak aus militärische Hilfe leistet. Nach Zusammenbruch der Mahabad-Republik geht Barzani ins Exil (Sowjetunion); Rückkehr 1958 (nach Sturz des irakischen Königs Faisal II.) im Glauben an die neue Verfassung, die Araber und Kurden als Brüder bezeichnet.

1960 Verbot kurdischer Zeitungen im Irak und Verhaftungswelle. 1961 Beginn des irakischen Krieges gegen die Kurden, der (mit kurzen Unterbrechungen) bis Ende Juni 1966 anhielt.



ANSTELLE EINES VORWORTES

Als dieses Buch in den Druck ging, schwiegen in Kurdistan gerade wieder einmal die Waffen. Die Kampfhandlungen zwischen den irakischen Regierungstruppen und den kurdischen Pesh-Mergas waren eingestellt worden. Doch wie lange wird diese Ruhe dauern? Ist es wieder nur eine kurze Atempause oder wird endlich Frieden sein? Beide Seiten könnten ihn nur zu gut gebrauchen. Die Regierung hat tief in den Staatssäckel greifen müssen, um den kostspieligen Krieg zu finanzieren. Sie hat dennoch ihr Ziel nicht erreicht. Mehr Einsicht und Toleranz und weniger Wortbrüche hätten weniger Menschenleben auf beiden Seiten gekostet. Die Einnahmen aus den Ölquellen und aus der Gewinnung von Strom und Bodenschätzen hätten sinnvoller und im Interesse der arabischen wie der kurdischen Bevölkerung verwendet werden können.

Niemals waren die Verluste der irakisclsen Regierungstruppen größer als im dritten Abschnitt des letzten innerirakischen Krieges. Niemals aber auch war die Pesh-Merga stärker als zu Beginn des jetzigen Waffenstillstandes und niemals die Gesdslossenheit der Kurden unter ihrem schon legendär gewordenen Führer Mulla Mustafa Barzani größer als jetzt. Gemeinsam ertragenes Leid ist ein gutes Bindemittel.

Die Berufung des Diplomaten Bazzaz zum Ministerpräsidenten hätte nach dem Tode Aref (I) einen neuen Anfang in den Beziehungen zwischen dem arabischen und dem kurdischen Bevölkerungsteil Iraks einleiten können. Ist die Ernennung des Berufsoffiziers Nagui Talal ein Rückfall in die alten Gewohnheiten, mit Waffengewalt etwas erzwingen zu wollen, was besser und menschlicher in Verhandlungen erledigt werden kann?

Wenn sich die streitenden Parteien zusammensetzen, dann müssen die irakischen Regierungsvertreter der gegenüber früheren Verhandlungen veränderte Situation Rechnung tragen. Die Kurden sind unbesiegt und ihre Skepsis ist nach den schlechten Erfahrungen der Vergangenheit nur zu berechtigt. Immer wieder mußten sie erkennen, daß Versprechungen Wortbrüche folgten. Das wird ihr Verhalten bei allen zukünftigen Verhandlungen bestimmen, und niemand wird ihnen das mit gutem Grund verübeln können. Die Ursachen aufzuzeigen, die zu dieser Einstellung geführt haben, soll neben der Schilderung der Reisen des Verfassers in das irakische Kurdistan die Aufgabe dieses Buches sein.

Mögen alle Beteiligten daraus lernen und möge der Menschheit ein Schicksal wie das der Mahabad-Republik und seiner Führer für die Zukunft erspart bleiben. Tränen sind genug geflossen und der Wohlstand eines reichen Landes und seiner Bevölkerung hat genug gelitten.

V.Pf.



Die erste Reise: September 1962

Auf der richtigen Spur


Vier Tage hielt ich mich nun schon in Bagdad auf, und es war mir nicht gelungen, einen Kontakt zu den Kurden herzustellen. Obwohl ich nicht das erste Mal im Orient war und mir als Nordländer klar sein mußte, daß hier mit anderen Zeitbegriffen gerechnet wird, beschloß ich, die Stadt am kommenden Morgen in Richtung Iran zu verlassen. Was sollte mich an diesem Ort noch halten, nachdem ich keine greifbare Möglichkeit sah, von mir aus ein Zusammentreffen mit den Verbindungsmännern der kurdischen Autonomisten in der Stadt herbeizuführen.

Einige Monate zuvor hatte ich mehrere kurdische Studenten in Berlin kennengelernt, unter ihnen auch Ali H. Ghazi, den Sohn Ghazi Mohameds, Präsident der kurdischen Mahabad-Repu-blik, die im Januar 1946 gegründet worden war. Diese bestand jedoch nur ein Jahr, bis sie von der iranischen Armee aufgelöst und der Präsident mit seinen Getreuen hingerichtet wurde.

Mit meinen kurdischen Bekannten verband mich sehr bald ein freundschaftliches Verhältnis. Ihr Wesen lag dem meinen, und der menschliche Kontakt war sehr schnell hergestellt. Die Kurden waren angenehm im Umgang, von gelassener Fröhlichkeit, sowie großzügig und freigiebig. Sie bewunderten alles Schöne und liebten nichts mehr als ihre Heimat. Und doch spürte ich bei aller zur Schau getragenen inneren Gelassenheit, wie tief sie von den Zuständen in den vom Krieg überzogenen Städten und Dörfern ihres Landes beeindruckt waren.

Als ich eines Tages meine Absicht offenbarte, eine Reise in den Nahen Osten anzutreten, drängten sie mich zu versuchen, mit den Freiheitskämpfern in dem irakischen Teil Kurdistans in Verbindung zu treten. Während des sich seinerzeit schon über ein Jahr hinziehenden Krieges war es noch keinem Journalisten gelungen, bis in die Hochburg der kurdischen Streitkräfte vorzudringen.

…..

 




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