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Bergnomaden und Yaylabauern im mittleren kurdischen Taurus


Éditeur : C. Schott Date & Lieu : 1959, Marburg
Préface : Pages : 190
Traduction : ISBN :
Langue : AllemandFormat : 160 x 230 mm
Code FIKP : Liv. Ger. Hüt. Ber. N° 7907Thème : Général

Bergnomaden und Yaylabauern im mittleren kurdischen Taurus

Bergnomaden und Yaylabauern im mittleren kurdischen Taurus

Wolf-Dieter Hütteroth

C. Schott

Unter den einheimischen Wirtschaftsformen des Nahen und Mittleren Ostens hat seit Jahrtausenden der Nomadismus eine in vieler Hinsicht bedeutungsvolle Rolle gespielt. Die Nomaden - so verschieden ihre ethnische Zugehörigkeit auch sein mochte - haben immer in einem Gegensatz zur seßhaften bäuerlichen und städtischen Bevölkerung gestanden, der sie zahlenmäßig unterlegen, der politischen Bedeutung nach aber in der Regel weit überlegen waren. Zudem sind sie es, die durch ihre spezialisierte Wirtschaftsform erst die weiten Gebiete der Wüsten, Halbwüsten und Hochgebirge für menschliche Nutzung erschlossen und dadurch zu einer Erweiterung des menschlichen Lebensraumes beitrugen.
Wir finden den Nomadismus im Orient nicht als überall gleichförmige Wirtschaftsform entwickelt, sondern in verschiedenen Varianten den geographischen und klimatischen Verhältnissen der betreffenden ...


Inhaltsverzeichnis

Einleitung und Zielsetzung / 9

Das Untersuchungsgebiet / 16
Die Bodengestalt / 16
Das Gewässernetz / 23
Das Klima / 25
Die Böden / 27
Die Vegetation / 28
Heutiges Siedlungs- und Wirtschaftsbild     / 31

Die Formen der Wänderviehzucht und ihre speziellen Bedingungen in Anatolien / 37

Zum Begriff des Nomadismus und verwandter Wirtschaftsformen / 37

Die türkische Yayla / 42    

Die Nomaden / 48

Verteilung der Nomadenstämme im untersuchten Gebiet von Türkisch-Kurdistan / 48

Zum Forschungsstand / 48
Die Garisan / 49
Die Batovan / 51
Die Davudian / 53
Die Düdüran / 54
Die Tayan / 55
Die Armeni-Varto / 57
Die Mosaregan / 57
Die Zivikan / 58
Die Keşan / 59
Die Alikan / 60
Die Chairga / 61
Die Herki / 61
Andere, ehemals im kurdischen Taurus nomadisierende Stämme / 62

Art und Bedeutung der verschiedenen jahreszeitlichen Aufenthaltsorte für die Nomaden / 64

Zelt und Lager / 64
Der Aufenthalt auf den Winterweiden / 70
Die Frühjahrsweide / 72
Die Sommerweide / 74
Die Herbstweide / 78
Die Wanderung / 80
Das Hüten / 85

Die Produktion der nomadischen Viehwirtschaft / 87

Zum Forschungsstand / 87
Besitz, Besitzzuwachs und Existenzminimum / 89
Wollproduktion und Verwertung / 92
Die Gewinnung von Milchprodukten / 98
Produktionsüberschuß und Zusatzerwerb / 103
Der Wert der verschiedenen Weidegebiete für die Nomaden / 105

Die Yaylabauern / 107

Das Bauerntum im untersuchten Gebiet von Türkisch- Kurdistan / 107

Die agrarische Wirtschaft der Bauern / 111

Bewässerungsfeldbau / 111
Trockenfeldbau / 116

Die Yaylawirt schaft der Bauern / 122

Die Lage der Yaylas und die Wanderwege / 122
Die Produktion von Viehzuchterzeugnissen im Rahmen der bäuerlichen Wirtschaft / 131


VORWORT

Die vorliegende Arbeit ist im wesentlichen das Ergebnis einer im Sommer 1957 unternommenen 4 1/2-monatigen Studienreise in die östliche Türkei.

Der Verfasser wurde zur Beschäftigung mit dem behandelten Fragenkreis des Nomadismus angeregt durch seinen hochverehrten Lehrer, Herrn Professor Dr. K. Scharlau in Marburg, der diese Arbeit wissenschaftlich betreute und ihr Entstehen mit großem Interesse verfolgte. Ihm sei an dieser Stelle hierfür sowie für zahlreiche wichtige Hinweise besonders herzlich gedankt. Ferner sei hier Herrn Professor Dr. M. Block für viele Ratschläge von ethnologischer Seite herzlich gedankt.

Für die Durchführung der Reise waren vor allem die hilfreiche Unterstützung und die Ratschläge einiger Herren Professoren der Universität Ankara von großem Wert. Vor allem dankt der Verfasser hier den Herren Professoren Alagöz, Izbirak und Gürsoy vom Geographischen Institut sowie Herrn Professor Yavuz von der Staatswissenschaftlichen Fakultät. Ebenso sei dem Türkischen Innenministerium der Dank für die Sondererlaubnis zum Bereisen der Ostanatolischen Sperrgebiete abgestattet.

Im Verlauf der Reise fand der Verfasser überall hilfreiche Förderung Vonseiten der türkischen Lokalverwaltung und Polizei. Besonderer Dank gebührt hier den Provinzialverwaltungen von Siirt und Van, sowie den Herren Landräten von Pervari, Catak und Gürpinar. Schließlich sei Herrn stud.phil. Olus Arik gedankt, der als unermüdlicher Begleiter und Dolmetscher durch sein Interesse wesentlich zum Gelingen der Reise beitrug.

Der Druck dieser Arbeit wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung des Marburger Universitätsbundes, dem der Verfasser hierfür zu großem Dank verpflichtet ist. Schließlich sei ganz besonders Herrn Professor Dr. C. Schott gedankt, der als Herausgeber der “Marburger Geographischen Schriften" die Arbeit in diese Reihe aufgenommen hat.

Einleitung und Zielsetzung

Unter den einheimischen Wirtschaftsformen des Nahen und Mittleren Ostens hat seit Jahrtausenden der Nomadismus eine in vieler Hinsicht bedeutungsvolle Rolle gespielt. Die Nomaden - so verschieden ihre ethnische Zugehörigkeit auch sein mochte - haben immer in einem Gegensatz zur seßhaften bäuerlichen und städtischen Bevölkerung gestanden, der sie zahlenmäßig unterlegen, der politischen Bedeutung nach aber in der Regel weit überlegen waren. Zudem sind sie es, die durch ihre spezialisierte Wirtschaftsform erst die weiten Gebiete der Wüsten, Halbwüsten und Hochgebirge für menschliche Nutzung erschlossen und dadurch zu einer Erweiterung des menschlichen Lebensraumes beitrugen.

Wir finden den Nomadismus im Orient nicht als überall gleichförmige Wirtschaftsform entwickelt, sondern in verschiedenen Varianten den geographischen und klimatischen Verhältnissen der betreffenden Landschaften angepaßt. Im großen gesehen zeichnen sich folgende Formen ab:
a) Das fiächenhafte Nomadisieren der Beduinenstämme der arabischen Halbinsel und Nordafrikas, deren Wanderungen über weite Strecken von den Rändern der Trockengebiete, von Wadis und Senken aus in die Sandwüsten des Inneren führen, die nach den Winterregen opti¬male Weidemöglichkeiten bieten. Ein ähnlich horizontaler Wechsel der Weideplätze fand sich ursprünglich bei den Nomaden der Flachländer Zentralasiens, die zwischen den Flußoasen und Gebirgsrändern Turkestans und den Waldsteppen Südsibiriens die weitesten aller bekannten Nomadenwanderungen ausführten.

b) Zwischen diesen beiden Flachlandschaften liegt der Gürtel der Fal¬tengebirge, in dem sich die Sonderform des Bergnomadismus ausgebildet hat. In zahllose einzelne Stämme zersplittert, ziehen hier die Nomaden von den Winterweidegebieten, die am Südrand des Atlas, an der Südküste Anatoliens, in Nordsyrien, Mesopotamien und am Persischen Golf, daneben auch in begünstigten Tallandschaften der Hochländer liegen, im Sommer in Etappen auf die Hochregiönen der Gebirge. Nach der Zahl der beteiligten Menschen dürfte diese Abart des Nomadismus im Orient bedeutender sein als die zuerst genannte.

c) Daneben finden sich - außer lokal bedingten Varianten dieser beiden Haupttypen - Zwischenformen zu seßhaftem Leben. In vielen Gegenden Anatoliens, Irans, der Atlas-, Kaukasus-und der Levanteländer …


Wolf-Dieter Hütteroth

Bergnomaden und Yaylabauern im mittleren kurdischen Taurus

C. Schott

Herausgeber C. Schott
Marburger Geographische Schriften
Bergnomaden und Yaylabauern im mittleren kurdischen Taurus
Wolf-Dieter Hütteroth

Herausgeber C. Schott
Heft 11
Marburg 1959

Im Selbstverlag des Geographischen Institutes der Universität Marburg

"Dissertation Marburg" (D 4)

Die Drucklegung dieser Dissertation wurde vom Marburger
Universitätsbund durch eine Druckkostenbeihilfe
gefördert.

Als Manuskript vervielfältigt
in der Fotostelle der Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft



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